trauertattoo - Unsere Haut als Gefühlslandschaft

Aktuell

Unsere Wanderausstellung befindet sich immer in Bewegung und ist an vielen Orten zusehen.

Hier ein paar Impressionen vom Aufbau im MDR Funkhaus in Magdeburg. Weitere Ausstellungsorte findet Ihr in unserem Ausstellungskalender.

8. - 23.09.2017, Tattoo Museum Kugler, (Aue)




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Schlossgalerie Landratsamt Saalfeld

Ab dem 8. Mai bis zum 9. Juni ist unsere Ausstellung im Landratsamt Saalfeld zu sehen. Wir freuen uns für die große Aufmerksamkeit, die uns von den Gastgebern und den interessierten Besuchern entgegen gebracht worden sind und wünschen weitere zahlreiche Ausstellungsbesucher.

Ausstellungseröffnung Trauertattoos. Mit dabei bei der Eröffnung in Saalfeld Gabi Schroth eine der Teilnehmerinnen des Fotoprojektes.


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In der Mühlhausener Kirchengemeinde

VOM 12. BIS 20. APRIL 2017 IST DIE AUSSTELLUNG IN DER KIRCHE:

St. Petri-Margarethen in Mühlhausen in Thüringen zu sehen.

 

Die engagierte Kirchengemeinde hat die Ausstellung zu einem inhaltlichen und ästhetischen Diskurs in die Kirche geholt. Denn natürlich stellt sich die Frage, ob die Verarbeitung des Trauerschmerzes über eine "Selbstverletzung" sich mit dem konfessionellen Verständnis deckt. 

Manchmal kommt der Glaube an Gott durch den schmerzhaften Verlust ins Wanken; manchmal erstarkt er auch. Stehen die Trauerwege sich diametral gegenüber oder gibt es ein parallel?

 

Wir freuen uns auf die Reaktionen und wünschen der Ausstellung und der Gemeinde in Mühlhausen viel Erfolg!


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Beutler Bestattungen GmbH & Co. KG

Am 12. März 2017 wurde erstmalig in Kiel die Wanderausstellung „Gefühlslandschaften“ exponiert.

 

Als Veranstaltungsort wurde ein neutraler Ort gewählt. Die kleine Halle der überregional für Events aller Couleur bekannten „Halle 400“ erwies sich als ideale Räumlichkeit. Auf ca. 220 m² wurden die 21 Banner der Firma ConVela ausgestellt.

Die Veranstaltung wurde im Vorfeld via Facebook und in der regionalen Presse mit Werbung und PR-Texten beworben, sowie mit Werbeplakaten im gesamten Stadtgebiet.

Schon diese Maßnahmen lösten eine vielfältige Resonanz aus und deuteten auf Gesprächsbedarf der Interessenten, die das Thema Trauer und Tattoo gleichermaßen positiv und aufgeschlossen betrachteten.

 

 

Die Gäste waren durchweg positiv beeindruckt von den bewegenden Fotografien und Geschichten. Eine Vielzahl der Besucher hat bereits eine Verlusterfahrung im Leben gemacht. Einige zeigten bereitwillig ihr eigenes „Trauertattoo“ und erzählten die Geschichte dazu. Es schien, als bewegten und ermutigten die Bilder und Geschichten der Ausstellung, über eigene Verluste in dem Rahmen zu sprechen.  Vielen Besuchern fiel offensichtlich der emotionale Druck schwer; einige mussten hin und wieder an die frische Luft gehen, blieben aber trotzdem bei der vorherrschenden stimmlichen Tendenz, dass es gut ist, darüber zu sprechen und sich mit der Trauer auseinanderzusetzen. Einige hatten Zweifel, ob ein „Trauertattoo“ die Trauer verstärkt bzw. unendlich macht, weil ein Tattoo ja schließlich irreversibel ist und der Trauerschmerz dauerhaft präsent ist.

 

Diese Frage konnten und wollten wir nicht eindeutig beantworten. Einerseits erscheint es uns auch möglich, dass ein derart intimes Tattoo nicht unbedingt förderlich ist bei einer lavierten Trauer oder einer sich pathologisch entwickelnden Trauer. Bei den Besitzern eines derartigen Tattoos erschien jedoch der Eindruck: Mit der Bestattung hat ja grundsätzlich psychologisch eine Trennung stattgefunden und somit stellt  ein Tattoo ein sehr intimes Erinnerungsschmuckstück dar. Ein ehrenvolles, sehr wertvolles Mahnmal der Verbundenheit, welches von den Menschen als kraft- und hoffnungsspendend wahrgenommen wird und mit Stolz getragen wird.

 

Wir hatten das Glück, wenige Tage vor der Ausstellung einen Tattookünstler für die Ausstellung zu gewinnen. Er konnte aus fachlicher und künstlerischer Sicht viele Fragen beantworten; zumal neben dem Aspekt eines wertschätzenden Umgangs mit Trauernden und der Erinnerungskultur im Allgemeinen doch auch eine Vielzahl der Gäste konkretes Interesse an einem Tattoo hatten.

 

Das Publikum bestand im Wesentlichen aus einem gut gemischten Personenkreis im Alter zwischen ca. 30-70 Jahren, sowie einer Vielzahl jüngerer Menschen etwa zwischen 18-30 Jahren, oftmals auch Großelternteil mit Enkel oder Eltern mit Kindern. Die Veranstaltung hatte also auch etwas Generationsübergreifendes und –verbindendes.

Der Charme der ehemaligen Industriehalle hat den authentischen Charakter der abgebildeten Einzelschicksale eine besondere Stimmung verliehen. In Verbindung mit stilvollem, modernen Ambiente und Service war die Ausstellung ein großer Erfolg und hat auch unserem Unternehmen eine ideale Plattform dargeboten, Menschen für die Themen und die Verantwortung eines Bestatters zu sensibilisieren.

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und wünschen Ihnen noch sehr viel Erfolg mit Ihrer tollen Idee.

 

Herzliche Grüße

Heinz & Anja Beutler


Wir bedanken uns ganz herzlich für das außerordentliche Engagement von Anja & Heinz Beutler (Beutler Bestattungen in Stein/Laboe). Bemerkenswert war und ist der Einsatz vorab zur Publik-Machung der Ausstellung und des Themas. Aber auch zahlreiche tolle Fotos und ein reflektiertes Feedback sowie ein Radiomitschnitt (9. April 2017, Radio Hamburg) zeugen von einer echten Auseinandersetzung des Gastgeber:  Bestattungshaus Beutler. Vielen DANK dafür!!!!

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TrauerLichtung

Wir haben heute die erfolgreiche Ausstellung mit vielen guten Feedbacks des Friedhofs Ohlsdorf geschlossen.

 

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei Ihnen bedanken :

für diese zündende Idee, 

für deren Wachstum,  Ihre geführten Gespräche und das gegebene Vertrauen, 

für die Umsetzung und Veröffentlichung,

für die Organisation und  das Ausleihen dieser wundervollen und gelungenen Ausstellung, die  w i r k l i c h  unter die Haut geht. 

 

Herzliche Grüße 

 

Claudia Bartholdi

 

TrauerLichtung

Bestattungen in Frauenhänden

Claudia Bartholdi e.K.

Hamburg


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Trauertattoos zwischen Prominenten  - Ausstellung auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg

Die Trauertattoos sind in prominenter Gesellschaft. Denke ich, als ich über bemooste Wege laufend einen Teil des größten Parkfriedhofs der Welt in Hamburg Ohlsdorf entdecke. An diesem Dienstag wird hier im Hauptgebäude die Trauertattooausstellung eröffnet. In unmittelbarer Nähe zu Roger Willemsen, Roger Cicero, James Last und Hellmuth Karasek. Sie alle fanden hier ihre letzte Ruhe. In Hamburg Ohlsdorf .

 

Vor der Ausstellung sehe ich mich um. Und entdecke Parallelen zu den Tattoos. Auch hier sind Worte und Symbole eingraviert, nicht auf der Haut, aber auf Stein. Auch hier finden sich Symbole der Trauer, so individuell wie die Menschen.

 

Claudia Bartholdi hat die Trauertattooausstellung nach Hamburg geholt. In das Verwaltungsgebäude direkt am Eingang. „Schon beim Aufstellen der Bilder haben mich die Leute angesprochen. Es entstanden sofort Gespräche. Die Bilder erwecken Aufmerksamkeit“, sagt die Bestatterin zur Begrüßung. Sie selbst hat sich 3 Jahre nach dem Tod ihrer damals 13jährigen Tochter ein Erinnerungstattoo stechen lassen: „Es ist nur für mich. Es zeigt eine Barke, Licht am Ende des Tunnels und Farbe. Diese Symbole habe ich damals geträumt.“  Inzwischen sind sie auch das Logo ihrer Firma „trauerlichtung - Bestattungen in Frauenhänden“ in Hamburg.


„Ich fand es erst schwierig, mit dem Thema Trauertattoos umzugehen“, gesteht Rainer Wirz, Bereichsleiter Friedhöfe in Hamburg und eröffnet die Ausstellung. „Aber je mehr ich mich damit beschäftigte, um so mehr veränderte sich meine Meinung. Ich wünsche der Ausstellung, dass sie den Menschen nahe geht, dass sich die Leute damit auseinander setzen. Ich wünsche mir, dass sie zum Nachdenken anregt und diese besondere Art der Darstellung der Trauer mehr Akzeptanz findet“.

 

Kurze Zeit später sind die Gäste ins Gespräch vertieft. Claudia Bartholdi spricht mit zwei zufällig vorbeikommenden Frauen über das Symbol des Schmetterlings. Dabei schauen sie immer wieder auf die Schmetterlingssymbole von Martina Otto. Sie hatte dieses Symbol tatsächlich auf dem Grabstein ihrer Tochter. Erst später kam ihr die Idee, genau dieses Symbol in ein Tattoo zu verwandeln. 

 

Auch Ina Marino ist angereist. Als wir sie für die Ausstellung vor zwei Jahren fotografierten, lebte ihre schwerkranke Tochter noch. „Schau mal“, sagt sie nun und hebt den Ärmel ihres Pullovers. „ich wollte mein Tattoo doch ergänzen um ein weiteres Tattoo, wenn Lucia stirbt. Sie starb am 8.November 2015. Ich habe gar keinen Schmerz empfunden beim Stechen.“

 

Erstmalig steht Angela Brandt-Migge vor ihrem eigenen Porträt. An ihrer Seite ihre jüngster Sohn Dorian. Der 7jährige zeigt mir das Foto, das ihm am meisten gefällt und zeigt dabei auf das Tattoo von Hallo Kitty: „Das ist witzig.“ Angela erzählt: „Noch habe ich mein Tattoo nicht ganz zu Ende gebracht. Aber ich habe es unbedingt vor. Es ist schon eigenartig, sich so groß zu sehen und es berührt.“

Sie alle finden sich hier wieder, in den Bildern, den Geschichten.“Ja, genau so ist es!“, dieses Gefühl habe ich beim Betrachten der Bilder, sagt Claudia Bartholdi. „Ja, ich weiß, wie sich Trauer anfühlt.“

 

Bereuen die Trauernden nicht irgendwann ihr Tattoos, fragt eine Besucherin. Ursula Gräfe ist selbst Besucherin und entfernt beruflich Tattoos auf Wunsch: „Gerade war eine junge Frau bei mir. Sie hatte sich in Erinnerung an ihre verstorbene Großmutter den Spruch in italienischer Sprache: „Ich lege meine Hand auf deine Schulter“ auf ihre eigene Schulter tätowieren lassen. Auf die andere Schulter das Geburtsdatum der Oma. Sie wollte die Nähe zu ihrer Oma unmittelbar nach deren Tod spüren. Doch inzwischen hat sie die Trauer um ihre Großmutter integriert und braucht das Tattoo nicht mehr.“

 

Claudia Bartholdi hat ein Gästebuch ausgelegt, um jedem Besucher einer Chance zu geben, seine Gedanken und Gefühle auszudrücken. Sie sagt: „Die Friedhofskultur ist im Wandel. Auch der Ausdruck der Trauer wandelt sich.“ Das zeigen auch die zahlreichen Tattoos in der Trauer.

 

Als ich das Hauptgebäude verlasse, gehe ich noch einmal über die den weitläufigen Friedhof. Ich habe nur einen Bruchteil gesehen. 391 Hektar Fläche sind es insgesamt - so viel wie 566 Fußballfelder. Und ich hänge der Frage nach: Hätten sich die Angehörigen von Hans Albers, Wolfgang Borchert oder Heinz Erhardt jemals in Ihrer Trauer ein Tattoo stechen lassen, wenn Tattoos damals einen besseren Ruf gehabt hätten? Gedanken auf dem Ohlsdorfer Friedhof, dem größten Parkfriedhof der Welt.

 

Ausstellungszeit

7.2. bis 3.3.2017

 

Montag -Donnerstag 9-16 Uhr

Freitag 9-15 Uhr

 

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Ohldorfer Friedhof Hamburg

Verwaltungsgebäude

 

Fuhlsbüttler Straße 756

22337 Hamburg



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